Zur Erreichung des "Doppel-Kohlenstoff"-Ziels ist die Nutzung satellitengestützter Fernerkundungstechnologien zur Schätzung der Kohlendioxidemissionen (CO2) aus dem Verbrauch fossiler Energieträger von entscheidender Bedeutung. Aufgrund der langen Lebensdauer von CO2 in der Atmosphäre und der begrenzten räumlichen Abdeckung der derzeitigen CO2-Satellitensensoren ist es jedoch schwierig, die Emissionen direkt anhand der Satellitenbeobachtungsdaten der CO2-Säulenkonzentration abzuschätzen. Da beim Verbrauch fossiler Energieträger gleichzeitig CO2 und Stickstoffoxide (NOx) emittiert werden, wobei NOx eine kurze Lebensdauer hat und sich die Schätzung der Emissionen mittels Satellitenfernerkundung gut realisieren lässt, wurden in dieser Arbeit 28 Städte im Osten sowie eine Region des westlichen Energiedreiecks als Untersuchungsobjekte ausgewählt, um die tägliche CO2-Emission aus fossilen Energieträgern anhand der TROPOMI-NO2-Säulenkonzentration indirekt zu schätzen. Zunächst wurden TROPOMI-Daten zur troposphärischen NO2-Säulenkonzentration für das Jahr 2019 und ein Massenerhaltung-Modell verwendet, um die täglichen NOx-Emissionen und die Unsicherheit abzuschätzen. Anschließend wurde die Beziehung zwischen den Emissionen von CO2 und NOx in der Emissionsinventardatenbank (MEIC), die durch ein mehrskaliges Inventarmodell erstellt wurde, analysiert. Abschließend wurden die täglichen CO2-Emissionen aus fossilem Energieverbrauch geschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schätzungen mit der räumlichen Verteilung der CO2-Emissionen im MEIC-Inventar übereinstimmen, jedoch ermöglichen die höhere räumliche Auflösung und zeitliche Häufigkeit die Erkennung neuer und kleiner Emissionsquellen, die in den Statistikdaten fehlen. Am Beispiel der ostchinesischen Städte, wie Peking, liegen die Fernerkundungsschätzungen in den stadtnahen Vororten etwa 104 % über dem MEIC-Inventar, was auf das Auftreten neuer Emissionsquellen durch die schnelle Ausdehnung der Städte im Osten hinweist. Im Energiedreieck, beispielhaft Yulin, gibt es in Kraftwerken, Stahlwerken und Bergbaugebieten einige Emissionsquellen, die im MEIC-Inventar nur 10 % der Gesamtemissionen ausmachen, in den Schätzungen jedoch 37 %, was darauf hindeutet, dass kleine Kraftwerke und Industriequellen, die im Inventar nicht erfasst sind, durch Satellitenfernerkundung erfasst werden können. Die Forschungsergebnisse können technische Unterstützung für die Kohlenstoffemissionsinventarisierung fossiler Energien in China bieten.