Die Gewinnung von Flussdurchflüssen ist eine wichtige Grundlage für die Wasserressourcenverteilung und den ökologischen Schutz. Traditionelle Durchflussbeobachtungsmethoden sind zeitaufwendig und arbeitsintensiv und können die Anforderungen der modernen hydrologischen Überwachung hinsichtlich großer Gebietsabdeckung und Aktualität nur schwer erfüllen. Mit der ständigen Weiterentwicklung der Fernerkundungstechnologie werden effiziente und großflächige Datenressourcen und technische Mittel für die Durchflussrückrechnung bereitgestellt. Diese Studie basiert auf der Fernerkundungs-Cloud-Computing-Plattform Google Earth Engine (GEE) und nutzt Satellitenbilder von Landsat-5/7/8 und Sentinel-1/2, um Flussbreitendaten für den Abschnitt Waizhou im Einzugsgebiet des Ganjiang-Flusses von 1990 bis 2019 sowie für die Abschnitte Zhangshu, Xiajiang und Ji'an von 2003 bis 2019 batchweise zu extrahieren. Unter Verwendung von Potenzfunktionen und linearen Funktionen wurde der Flussdurchfluss für die vier Abschnitte geschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die mit GEE batchweise extrahierten Fernerkennungs-Flussbreiten eine effektive Durchflussrückrechnung ermöglichen. Im Zeitraum 1990-2003 stimmte der rückgerechnete Durchfluss im Waizhou-Abschnitt gut mit dem gemessenen Durchfluss überein, aber nach 2003 wurde der rückgerechnete Durchfluss im Hochwasserzeitraum deutlich unterschätzt und im Niedrigwasserzeitraum überschätzt, was zu einer insgesamt niedrigen Rückrechnungsgenauigkeit führte (R² = 0,69, NSE = 0,66). Im Gegensatz dazu war die Rückrechnung der Abschnitte Zhangshu, Xiajiang und Ji'an im Zeitraum 2003-2019 stabil und stimmte stets sehr gut mit dem gemessenen Durchfluss überein, mit hoher Rückrechnungsgenauigkeit (R² und NSE jeweils über 0,90). Neben der Rückstauwirkung im Mündungsabschnitt des Ganjiang-Flusses ist auch die Entwicklung der Flussbettgeometrie eine Ursache für die niedrige Rückrechnungsgenauigkeit im Waizhou-Abschnitt; unter dem kombinierten Einfluss illegaler Sandentnahme und Sedimenttransport hat der hydrologische Querschnittsstation Waizhou zwischen 1990 und 2019 eine starke Entwicklung durchlaufen und insgesamt drei Phasen „Abnahme - Anstieg - Stabilität“ erlebt, mit einer maximalen Eintauchtiefe von 2,56 m. Durch eine Unterteilung des Waizhou-Abschnitts in drei Zeitabschnitte 1990-1999, 2000-2011 und 2012-2019 und eine Neurückrechnung des Durchflusses wurde die Rückrechnungsgenauigkeit deutlich verbessert; die R²- und NSE-Werte der drei Zeitabschnitte lagen jeweils über 0,85, insbesondere im Zeitraum 2012-2019 wurden R² und NSE auf 0,90 erhöht.